19.05.2012

Parfüm


In diesem Text gibt es Informationen zu den Begriffen Duft und Parfüm, geschichtliche Hintergründe und Details über das Verfahren, Düfte zu gewinnen, über Duftempfindung und Duftpyramide.

Das Wort “Parfum” enstammt dem lateinischen Wort “Per fumum”, welches mit “durch Rauch” oder “durch Verbrennung” übersetzt wird. Durch die Verbrennung von Rohstoffen bzw. durch den Rauch wollten die Menschen mit den Göttern in Kontakt kommen. Daher hat die Entstehung des Parfums  sozusagen einen “heiligen” Hintergrund.

In Ägypten wurden Tote einbalsamiert und einparfümiert. Schon zu dieser Zeit pflegte sich Kleopatra und badete in Milch. Von Ägypten und Arabien kam das Parfum, das es damals noch nicht als Flüssigkeit in Flakons gab. Man fand es aber beispielsweise in Ölen, Salben oder Harzen in Europa wieder. Zur Zeit Caesars benutzte man das “Parfum” nahezu verschwenderisch und zeigte den Luxus, den man besaß.

Im 13. Jahrhundert erfand man in Arabien die Destillationsanlage. Eine Erfindung, mit der man später zum Beispiel Blütenblätter mit Wasser zum Kochen gebracht hat, den aromatisierten Wasserdampf über ein Rohr geleitet und nach der Abkühlung die ätherischen Öle in einem Kolben aufgefangen hat.

Früher galt Venedig als die Duftstadt, da sie als zentraler Treffpunkt vieler Schiffe galt. Der Duft als Parfums oder Puder war in Europa sehr beliebt, da man so den Gestank vieler Leute kaschieren konnte – die Hygeniestandards waren damals u.a. auch in Versailles noch nicht ganz auf der Höhe.

Bestandteile von Düften (Parfums)

Auch heute noch sind Düfte sehr beliebt, die aber eher dezenter und sparsamer verwendet werden. Heute gibt es einige Rohstoffe, die als Hauptbestandteil in Produkten vorhanden sind:

Agrumen (Öle aus Zitrusfrüchten)
Hölzer (z.B. Sandelholz, Zedernholz)
Blätter (Patchoulli, Zitronenmelisse, Basilikum)
Aromen (natürliche Aromen, z.B. aus Früchten)
Schoten (Vanilleschoten)
Harze (Weihrauch, Galvanum)
Flechten (Alge und Pilz, wie Gohenmoos)
Wurzeln (Vetyver)
Rhizome (Ingwer, Iris: Triebe von Wurzeln)
Synthetische Moleküle (Fantasiedüfte, z.B. Heliotropin)
Reproduzierbare tierische Substanzen (Bibergeil, Zibet, Ambra, Moschus)
Naive Reproduktion (nicht extrahierbare Duftstoffe)

[Exkurs:] Living Flower Technology wird eine Gewinnungsmethode genannt, bei der der
Duft einer lebenden Blume (living flower) eingefangen wird.
Dabei werden ein Glaskolben über die Blüten gestülpt und die Duftmoleküle über
ein Röhrchen in einem Filter eingefangen. So werden zum Beispiel Düfte der
Natur eingefangen, wie der Duft von Wasser, Steinen oder von Blüten, die eine
Kurze Lebensdauer haben. [Ende Exkurs]

Weiterhin unterscheiden wir zwischen natürlichen Inhaltsstoffen und synthetischen. Natürliche Inhaltsstoffe sind pflanzlicher Herkunft oder tierischer Herkunft, wobei man aus Tierschutzgründen diese Duftstoffe synthetisch herstellt. Durch eine synthetische Herstellung lassen sich fast alle natürlichen Duftstoffe nachbilden. Auch teure und kostbare Blüten bleiben erhalten und die Hersteller können daher ein Parfum günstiger produzieren und verkaufen.

Duftentfaltung, Duftpyramide und Duftempfindung

Wer einen Duft riecht, nimmt ihn durch verschiedene Phasen der Duftentfaltung (auch Verflüchtigungszeit) wahr. Die sogenannte Duftpyramide verdeutlicht dies. Beim Riechen eines aufgesprühten Duftes nimmt unsere Nase zuerst die Kopfnote wahr. Sie bestimmt den ersten Eindruck des Parfums und enthält meist frische, leichte Düfte, die schnell verfliegen (z.B. Zitrusnoten, Blütendüfte oder grüne Noten von Blätter).

Nach etwa 5 – 15 Minuten entfaltet sich die Herznote; der sogenannte Charakter. Nach einigen Stunden Entwicklung riecht man die blumigen oder fruchtigen Noten besser heraus, die etwas intensiver und somit auch haltbarer sind, da die frischen Noten meist verflogen sind. Zum Schluss bleibt der Nachgeruch des Duftes übrig. Die sogenannte Basisnote. Die enthaltenen Fixateure machen einen Duft intensiver und länger haltbar (Hölzer, Flechten, Moose).

Die Duftempfindung eines jeden Menschen ist subjektiv, da jeder einen Duft anders aufnimmt und empfindet. Hierzu steht die Duftwahrnehmungspyramide, die im Gegensatz zur Duftpyramide aus bestimmten Gründen auf dem Kopf steht:

Im Auftakt oder beim “Ersten Eindruck” riecht man alle Noten heraus, d.h. die Kopfnote, die Herznote und die Basisnote.Nach einer Weile ist die Kopfnote verflogen und übrig bleibt die Herz- und die Basisnote, die den Charakter des Duftes bestimmt.Zum Schluss bleib der Nachgeruch des Duftes.Die Basisnote oder auch Struktur genannt.

Beim Riechen eines Duftes werden die Duftmoleküle über die Sinneshärchen zu den Riechzellen transportiert, die einen Impuls an das Gehirn geben. Dabei findet eine Form der Wiedererkennung statt und es wird schließlich über Gefallen oder Ablehnung (auch durch Emotionen) entschieden. Doch die eigentliche Frage ist, warum wir Düfte tragen oder benutzen wollen. Düfte sind etwas Kostbares.

Sie werden als Luxus empfunden und wecken in uns Menschen ein emotionales Erlebnis. Menschen verbinden damit Träume oder verspüren mehr Selbstbewusstsein. Ein Duft kennzeichnet einen Menschen und drückt eine Art Persönlichkeit aus, die man je nach Empfinden als sexy, verführerisch oder als „gut riechend“ bezeichnen kann.



Douglas